Das Riesenspielzeug

Gebrüder Grimm

Im Elsaß auf der Burg Nideck, die an einem hohen Berg bei einem Wasserfall liegt, waren die Ritter vorzeiten große Riesen. Einmal ging das Riesenfräulein herab ins Tal, wollte sehen, wie es da unten wäre, und kam bis fast nach Haslach auf ein vor dem Wald gelegenes Ackerfeld, das gerade von den Bauern bestellt ward. Es blieb vor Verwunderung stehen und schaute den Pflug, die Pferde und Leute an, das ihr alles etwas Neues war. „Ei", sprach sie und ging herzu, „das nehm ich mir mit." Da kniete sie nieder zur Erde, spreitete ihre Schürze aus, strich mit der Hand über das Feld, fing alles zusammen und tat's hinein. Nun lief sie ganz vergnügt nach Haus, den Felsen hinaufspringend; wo der Berg so jäh ist, daß ein Mensch mühsam klettern muß, da tat sie einen Schritt und war droben.

Der Ritter saß gerad am Tisch, als sie eintrat. „Ei, mein Kind", sprach er, „was bringst du da, die Freude schaut dir ja aus den Augen heraus." Sie machte geschwind ihre Schürze auf und ließ ihn hineinblicken. „Was hast du so Zappeliges darin?" - „Ei Vater, gar zu artiges Spielding! So was Schönes hab ich mein Lebtag noch nicht gehabt." Darauf nahm sie eins nach dem andern heraus und stellte es auf den Tisch: den Pflug, die Bauern mit ihren Pferden; lief herum, schaute es an, lachte und schlug vor Freude in die Hände, wie sich das kleine Wesen darauf hin- und herbewegte. Der Vater aber sprach: „Kind, das ist kein Spielzeug, da hast du was Schönes angestiftet! Geh nur gleich und trag's wieder hinab ins Tal." Das Fräulein weinte, es half aber nichts. „Mir ist der Bauer kein Spielzeug", sagt der Ritter ernsthaftig, „ich leid's nicht, daß du mir murrst, kram alles sachte wieder ein und trag's an den nämlichen Platz, wo du's genommen hast. Baut der Bauer nicht sein Ackerfeld, so haben wir Riesen auf unserm Felsennest nichts zu leben."

Die Märchenbühne Klagenfurt zeigt Märchen für Kinder und Erwachsene

"Die Märchenbühne" wurde im Jahr 1999 von den Klagenfurterinnen Martina Schöffel und Sabine Ottenschläger ins Leben gerufen. Wir verstehen unser Projekt als kulturelle Initiative, die Kindern und Erwachsenen traditionelles Märchengut wieder zugänglich machen will. Bekannte und unbekanntere Märchen, vorwiegend der Brüder Grimm werden durch selbstgefertigte Stehpuppen im Rahmen von szenischen Darstellungen auf einem Bühnentisch zum Leben erweckt. Ziel ist es, großen und kleinen Zuschauern ein Eintauchen in die Märchenwelt gut zu ermöglichen und den Kindern in unserer schnelllebigen Welt eine kleine "Auszeit" zum Lauschen und Staunen, zum Zuhören und ruhigen Besinnen auf einen seelenvollen Inhalt zu gönnen.

Die Aufführungen der Märchenbühne sind für Kinder ab 4 Jahren geeignet. Nach oben hin gibt's keine Grenze. Im Repertoire der "Märchenbühne" stehen derzeit 7 Grimm'sche Märchen und die selbstverfasste Weihnachtslegende "Vom Hirtenmädchen Magdalena".

"Es war einmal" - so fangen alle Märchen an. Märchen, Fabeln, Sagen und Legenden sind für Kinder (oder ein Kind) eine Bilderwelt, die aus der Geschichte entstanden ist. Heute sehr beliebt ist der Kasperl mit Seppl und Grosmutter, aber früher waren es vor allen die Gebrüder Grimm und Hans Christian Andersen, die die Kultur rund um die Hexe, die Fee, den Zauberer und den Zwerg sowie die Prinzessin und den Prinz augzeichnet haben. Diese Märchen und Geschichten erzählen sich noch heute die Großeltern und geben Sie an an ihre Kinder und Enkel weiter. Sei es in Klagenfurt, in Villach, in Kärnten oder in ganz Österreich: Märchen und Fabeln werden in Form eines Theaters von allen Kinder und Erwachsene gerne gehört und gesehen. Das Puppenspiel fasziniert einfach jeden, egal ob mit einer Marionette, Standpuppe, als reales Theater oder nur durch einen Erzähler, der seinen Vortrag mit Musik, Gesang und Liebe untermalt. Eine besondere Stellung nimmt der Märchenzwerg ein, der als tragende Hauptfigur der Märchenbühne in Klagenfurt in Kärnten auch als Symbol für alle Märchen gilt. Sehen kann man die nette Figur im Europahaus in Klagenfurt (Kärnten) oder auf dieser Webseite.