Philosophie"Die Märchenbühne" ist eine kulturelle Initiative, die Kindern und Erwachsenen traditionelles Märchengut wieder zugänglich machen will. Ziel und Bemühung ist es, großen wie kleinen Zuschauern in unserer schnelllebigen Welt eine kleine "Auszeit" zum Lauschen und Staunen, zum Zuhören und Besinnen auf einen seelenvollen Inhalt zu gönnen.
Während die Puppenspielerin ruhig durch das Geschehen führt, liest die Erzählerin das Märchen und ergänzt das gesprochene Wort mit zauberhaften Klängen seltener Instrumente. Gesungene Lieder und ein einfühlsam gestaltetes Bühnenbild runden die Darbietung ab.
Sobald äußere Aktivität zur Ruhe kommt, kann der innere Mensch aufwachen. Dies ist der Grund, warum wir Effekte nur sehr zart einsetzen und vieles bei unserer Inszenierung in Andeutungen bleibt. Das Fehlende soll von der kindlichen Seele ergänzt werden. Das innere Wesen kommt dadurch in Bewegung, die Fantasiekräfte werden angeregt und gestärkt.
Dieser Prozess geschieht nicht ohne weiteres: gefordert sind das Publikum wie auch die Puppenspielerinnen, durch aufmerksame Stille im Raum und höchste Konzentration eine Atmosphäre zu schaffen, in der das Eintauchen in die Bilderwelt und das tiefe Miterleben des sinnhaften Geschehens erst möglich wird.
Am schönsten ist es, wenn Kinder in den Tagen nach einer solchen Aufführung Gelegenheit haben, mit kleinen eigenen Püppchen, mit Tüchern und einfachen Requisiten aus Wurzeln und Steinen, das Geschehen nachzuspielen. So kommt zum "Einatmen" während der Aufführung das "seelische Verdauen" und schließlich findet der rhythmische Prozess durch das eigene fantasievolle Tun im "Ausatmen" seine Vollendung.
Die Aufführungen sind für Kinder ab 4 Jahren geeignet, nach oben hin gibt's keine Grenze. Mit kleineren Kindern sollte man unbedingt warten, bis sie wirklich reif sind, eine dreiviertel Stunde lang ruhig zu sitzen und aufmerksam ein Geschehen zu verfolgen. Nur dann kann auch für die anderen Zuschauern die einmalige, ruhige, nur in sich selbst bewegte Märchenstimmung entstehen.
Die Märchenfrauen
Emilia Schöffel und Sabine Ottenschläger
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